Auswandern nach Andalusien
Immer mehr Deutsche wollen während der letzten Jahre nach Andalusien auswandern, meist ohne sich wirklich über die autonome Region Spaniens zu informieren, sondern auf Grund der Informationen die auf TikTok verbreitet werden und Andalusien nur positiv darstellen, von Personen die oft nur neue, unerfahrene Kunden aus Deutschland gewinnen wollen, weil sie sich selbst nicht in Andalusien integrieren konnten.
Bevor man sich in Andalusien ansiedelt, sollte man sich sehr genau überlegen ob man definitiv auswandern will, was auch bedeutet dass man die Sprache lernt, sich für die Kultur und die Eigenheiten Andalusiens interessiert, und sich natürlich auch integrieren will, also nach einigen Jahren den deutschen Pass gegen einen spanischen austauschen will. Aber man kann natürlich auch als Auslandsdeutscher dort leben, also vor allem mit Deutschen verkehren, in der deutschen Sprache arbeiten und eigentlich deutsch bleiben, also bei den geringsten Problemen eine Rückkehr nach Deutschland einzurechnen. Dass die zweite Gruppe in Andalusien nicht unbedingt wohlwollend gesehen ist, ist logisch, denn Andalusier sind nicht anders als Deutsche und erwarten von Immigranten sich anzupassen, in Spanien zu arbeiten und nicht ständig von der Heimat zu träumen.

Wer permanent in Andalusien bleiben will, oder zumindest in Spanien, sollte auch bereits vor dem Umzug etwas Spanisch sprechen, auch wenn zu dieser Zeit das Niveau A2 (Wortschatz, Grammatik, Sprechen, Schreiben in diesem Niveau) bereits ausreicht, denn zum wirklichen Auswandern gehört auch dass man die administrativen Schritte selbst übernehmen kann statt andere Deutsche für einen der einfachsten Schritte in ein anderes Land zu bezahlen. Und die erste Regel hierbei ist, falls man wirklich Hilfe benötigt, nie einen Dienst in Bargeld zu bezahlen, denn dies ist in vielen Fällen Geldwäsche und eine illegale Aktivität auch in Spanien, was das Auswandern sehr schnell beenden kann, da ein illegaler Schritt nach Andalusien nicht sehr positiv gesehen wird und selbst zu einem dauerhaften Aufenthaltsverbot führen kann. Wer deutsche Ratgeber nimmt, sollte sich versichern dass diese Person auch die Ausbildung hat rechtliche oder administrative Hilfe zu bieten und ob die Person beim Finanzamt als Unternehmer gemeldet ist.
Falls man genügend Geld hat um mindestens ein halbes Jahr in Andalusien zu leben, hat man Zeit sich dort intensiv mit dem dortigen Leben vertraut zu machen und seine Sprachkenntnisse bis zum Niveau B2 zu verbessern. Man sollte dieses Examen tatsächlich ablegen, da dies eine enorme Hilfe bei der Arbeitssuche sein wird und nicht nur Sicherheit beim täglichen Leben garantiert. Natürlich entspricht das andalusische Spanisch nicht dem Kastilisch aus Madrid, wie auch Bayerisch nicht dem Sächsischen entspricht, aber es ist dennoch sinnvoll die "Hochsprache" zu können und zu nutzen, da man vielleicht umziehen will, und auch in Andalusien versteht man das Kastilisch aus anderen Gebieten Spaniens.
Wer in Andalusien, oder auch in anderen Regionen Spaniens, eine anspruchsvolle Arbeitsstelle anstrebt, oder sich auch selbständig machen will, sollte daran arbeiten das Diplom C2 in Spanisch zu erwerben, da man nur mit diesem Niveau gutes Spanisch erworben hat und daher auch in Andalusien voll akzeptiert wird und in den meisten Berufen arbeiten kann.

Wer ernsthaft nach Spanien auswandern wird, sollte auch deutsche "Kolonien" vermeiden, sondern sich in andalusischen Milieus aufhalten, spanische Bücher lesen, spanisches Fernsehen sehen und spanische Rundfunkkanäle nutzen. Je weniger man sich an die deutsche Kultur klammert, je schneller wird man in Andalusien akzeptiert werden und man wird sich auf diese Weise auch integrieren, was wichtig sein kann wenn man später die Staatsbürgerschaft erwerben will.
Diese "Regeln" gelten natürlich nicht für Rentner und Pensionäre, die sich in Andalusien niederlassen wollen, denn diese werden von der deutschen Rente oder Pension leben und können daher problemlos mit Minimalkenntnissen der Sprache auskommen, zumindest so lange sie nicht schwer krank werden oder sich die Demenz bemerkbar macht. Natürlich werden Rentner und Pensionäre nie als Immigranten gesehen, sondern als Personen die sich eben einige schöne Jahre machen wollen, aber sie haben sich dies ja auch mit jahrelangen Zahlungen verdient.
Alle die glauben mit Internetarbeit und der deutschen Sprache in Spanien zurecht zu kommen, sollen allerdings an einem Plan B arbeiten, denn die meisten dieser Jobs werden wieder verschwinden und für viele wird es dann heißen nach Deutschland zurückzukehren, mit einigen Erfahrungen reicher, aber oft auch mit verlorenen Rentenansprüchen und einem Leben zwischen zwei Mentalitäten. Auswandern ist eine Wahl, und man sollte sich vorher die Frage stellen warum bis zu 80 Prozent der Auswanderer innerhalb von fünf Jahren wieder zurück nach Deutschland kommen, oder in ein anderes Land umziehen, und nur ein kleiner Teil sich in Andalusien auch integriert und dauerhaft bleibt. Wer sich vorstellen kann ein völlig neues Leben zu führen und bereits ist sich zu integrieren und später seine Wahl Andalusien auch zu verteidigen, ohne viele deutsche Freunde, hat optimale Voraussetzungen auch in Andalusien zu bleiben.
