Málaga, eine der ältesten Städte Europas

Málaga ist mit seinen rund 580.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Andalusiens, gleichzeitig aber auch die am dichtest besiedelte Stadt an der Costa del Sol. Die Stadt Málaga wurde bereits im achten Jahrhundert vor Christus von den Phöniziern gegründet und gehört damit auch zu den ältesten Städten Europas. Dank eines regen Handels und dem geschützten Hafen der Stadt entwickelte sich Málage im 19. Jahrhundert zur industrialisiertesten Stadt Spaniens, was sich dann jedoch in den 60er und 70er Jahren in ein touristisches Zentrum verwandelte in dem man sämtliche Vergnügen fand und was zu einem kulturellen Boom Málagas führte.
 
Ab Ende des 20. Jahrhundert wurde Málaga zu einem Magneten für arme Immigranten, die hofften in Málaga einen Arbeitsplatz zu finden. Heute sind etwa neun Prozent der Bewohner der Stadt Einwanderer aus Marokko, Rumänien, der Ukraine, Nigeria und anderen Ländern mehr, die über eine große Armut verfügen. Málaga verfügt über ein deutlich abgegrenztes historisches Viertel in dem man, an Hand der dortigen Bauwerke und Museen, über 2000 Jahre der Geschichte der Stadt verfolgen kann.

Málaga, eine der ältesten Städte Europas
Foto: Herbert Kårlin

Die Geschichte der Stadt Málaga
 
Die ältesten Zeichen Málagas gehen auf das 8. Jahrhundert vor Christus zurück und befinden sich in der Mündung des Río Guadalhorce, einer kleinen Insel die um jene Zeit von den Phöniziern gegründet und Malaka genannt wurde. Die Phönizier hatten diese Stelle gewählt, da sie hier einen geschützten, natürlichen Hafen fanden. Bei Ausgrabungen konnte man dort auch Gegenstände aus Kupfer und aus Silber finden, was darauf hinweisen kann dass die Phönizier aus Málaga einen Handelsort gemacht hatten.
 
Im Jahr 218 vor Christus kamen die römischen Truppen in Málaga an und lösten damit die Karthager als Wirtschaftsmacht ab. Gegen Ende des 1. Jahrhunderts ernannten die Römer Málaga zur Stadt mit dem Zentrum des Teatro Romano und den Termas Publicas, wobei die bedeutendsten Fundstücke jener Zeit heute im Museo Arqueológico zu sehen sind. Ab dem Jahr 411 verlor Rom dann seine Macht in Mälaga da die Barbaren, eigentlich germanische Volksgruppen, die Küste vor der Stadt und die Stadt weitgehend einnahmen, aber auch gegen Byzanz zu kämpfen hatte, was 614 dann dazu führte dass die Westgoten Mälaga übernahmen.
 
Mit der Ankunft der Araber in Málaga wurde die Stadt unmittelbar befestigt und von Mauern umgeben, was insbesondere deshalb wichtig war da die Araber Málaga zu einer bedeutenden Handelsstadt machten und sich dort Händler aus Genua ansiedelten und mehrere jüdische Viertel entstanden. Aus dieser maurischen Epoche findet man in Málaga noch sehr viele Spuren, nämlich die Alcazaba, das Castillo de Gibralfaro und Teile der Stadtmauer. Das Wachstum der Bevölkerung führte auch dazu dass sich Kunsthandwerker, Händler, Künstler und Dichter bereits außerhalb der damaligen Stadt ansiedeln mussten.
 
Wie auch Jaén, so verteidigten sich auch in Mälaga die Mauren unter dem Königtum nazarí de Granada während der katholischen Roconquista bis auf Äußerste und es fand ein sehr blutiger Krieg statt, so dass Málage sechs Monate belagert werden musste und hierbei jede Lieferung von Lebensmittel unterbunden wurde bevor sich die Stadt zwangsweise ergeben musste. Die katholischen Eroberer zeigten sich, nach den langen Kämpfen, entsprechend grausam und töteten einen Teil der Bewohner, und verkauften die anderen als Sklaven.
Fortsetzung folgt ...
 
Sehenswürdigkeiten in Málaga
 
Die Alcazaba in Málaga
Die Alcazaba in Málaga wurde im 11. Jahrhundert begonnen und war eine schlossähnliche Festung, die 300 Jahre lang immer wieder umgebaut und ausgebaut wurde. Sie gilt heute als die am besten erhaltene Alcazaba Spaniens. Zu Fuß der Alcazaba liegt das römische Theater und auf der Anhöhe gelangt man zum Castillo de Gibralfaro. Die Alcazaba im aktuellen Stil wurde unter dem Königreich von Granada nahezu vollständig umgebaut, inklusive der Wohnhäuser, auch wenn beim Umbau viele vorhandene Elemente übernommen wurden. Bis zum 18. Jahrhundert wurde die Alcazaba in Málaga weiterhin militärisch genutzt, um dann, zumindest bis 1933 als Wohngebiet zu dienen.
 
Das Teatro Romano in Málaga
Das Teatro Romano in Málaga wurde im Jahr 1951 bei der Anlage einer Gartenanlage entdeckt. Zu Beginn sah man nur die Ruine eines Tors, aber wenig später stellte man fest dass es sich um ein römische Theater handelte. Allerdings sollte man den vollen Umfang des Fundes erst in den 90er Jahren verstehen, da erst in diesem Jahrzehnt die gesamten Ausgrabungen beendet waren. Zu diesem Zeitpunkt stellte man fest dass es sich beim Teatro Romano in Málaga um eine Theater mittlerer Größe handelte, das bereits zu Beginn der römischen Epoche erbaut worden war und heute über ein kleines Informationszentrum erreicht werden kann.
 
Der Mercado de Atarazanas in Málaga
Der Mercado de Atarazanas, die Markthalle in Málaga, entstand zwischen 1876 und 1879 durch den Umbau einer Werft, die bis zur Epoche der Nasriden zurückgeht, wovon noch heute eine Marmorpforte zeugt. Der vom Stil her stark an die arabische Bauweise angepasste Mercado entstand im Gebiet des alten Militärhospitals, wobei zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahezu der gesamte Stadtteil in extrem schlechtem Zustand war, so dass man ab 1822 das gesamte Gebiet dem Erdboden gleich machen wollte. Erst 1868 entschied dann die Junta Revolucionario die entsprechenden Mauern und Gebäude abzureißen um eine Markthalle zu bauen. Zu verdanken war diese Entscheidung der sehr hohen Arbeitslosigkeit dieser Zeit, da man mit Hilfe der Arbeiten den Armen Málagas, die als Bauarbeiter beschäftigt wurden, das Überleben garantieren konnte.
 
Die Catedral de la Encarnación in Málaga
Der Bau der Catedral de la Encarnación, auch als Catedral Basilica de la Encarnación bezeichnet, begann im Jahr 1525, und es sollte bis 1782 dauern bis die Kathedrale dann beendet war, wobei die Kathedrale Málagas auf der vorhergehenden Mezquita errichtet wurde, jener Stelle, die von Königin Isabel und König Fernando nur wenige Tage nach der katholischen Reconquista im Jahr 1487 als Platz für die Kathedrale bestimmt worden war. Auf Grund der langen Bauzeit findet man in der Catedral de la Encarnación drei verschiedene Baustile, die von der Gotik über das Barock bis zur Renaissance reichen. Bis zum Jahr 2012 war die Kathedrale in Málaga das höchste Gebäude Andalusiens, was heute, mit dem modernen Städtebau natürlich nur noch eine Erinnerung ist.
 
Das Museo Picasso Málaga
Das Museo Picasso Málaga ist das meist besuchte Museum Málagas, wobei es sich bei rund 70 Prozent der Besucher um ausländische Besucher der Stadt handelt. Das Museum, das sich im Palacio de los Condes de Buenavista befindet, enthält 276 Werke des Künstlers Pablo Picasso und umfasst nahezu 80 Schaffensjahre des Künstlers, der am 25. Oktober in Málaga geboren wurde. Auch wenn die Sammlung der Gemälde bis zur Epoche Franco zurückreicht, so wurde das Museo Picasso erst im Oktober 2003 im Beisein von König Juan Carlos I. und Königin Sofia eingeweiht.
 
Das Museo del Patrimonio Municipal in Málaga
Das Museo del Patrimonio Municipal in Málaga wurde im Jahr 2007 eingeweiht und befindet sich zu Fuße des Hügels Gibralfaro. Diesem Museum verfügt über rund 5000 Ausstellungsstücke, wobei 1100 Quadratmeter den permanenten Ausstellungen gewidmet sind und 800 Quadratmetern temporären Ausstellungen. Für die permanente Ausstellung wurden 100 Bilder gewählt die in chronologischer Folge die Beziehung zwischen Stadtverwaltung und Stadt dokumentieren. Gleichzeitig bietet das Museo del Patrimonio Municipal auch Vorträge und andere Aktivitäten die eine Verbindung zwischen dem Málaga des 15. Jahrhunderts bis zur Gegenwart bieten.
 
Das Museo Carmen Thyssen in Málaga
Das Museo Carmen Thyssen wurde im Jahr 2011 eingeweiht und befindet sich im Palacio de Villalón, einem Palais aus dem 16. Jahrhundert. Das Museum beherbergt überwiegend die private Gemäldesammlung von Carmen Thyssen-Bornemisza und bietet dem Besucher eine Gemäldesammlung die einige der bedeutendsten Werke des 17. Jahrhunderts bis zum Beginns des 20. Jahrhunderts, bietet. Bei den Künstlern handelt es sich um mehrere Meister Andalusiens, überwiegend jedoch um spanische Maler. Im Museo Carmen Thyssen kann man neben Werken Zurbaráns (Madrid) Gemälde von Joaquin Sorolla (Valencia), Ramón Casas (Barcelona), Julio Romero de Torres (Córdoba) und zahlreicher anderer Künstler finden.
 
Der Farola in Málaga
Der Farola ist ein Leuchtturm der im Jahr 1817 an der Hafeneinfahrt fertiggestellt wurde und unmittelbar zu einem Symbol Málagas wurde. Der Farola ersetzte eine Holzleuchte die an der gleichen Stelle seit 1717 die Rolle eines Leuchtturms übernommen hatte um die sichere Einfahrt in den Hafen zu garantieren. Während des Erdbebens des Jahres 1884, das weite Teile Andalusiens erschütterte, wurde der gesamte Leuchtmechanismus des Farola so stark beschädigt dass der Leuchtturm nahezu ein Jahr lang wieder per Hand beleuchtet werden musste. Im Jahr 1909 erhielt der Leuchtturm einen zusätzlichen Raum für den Leuchtturmwächter und 1913 wurde der gesamte Mechanismus für die Beleuchtung erneuert.
 
Das Centre Pompidou in Málaga
Das Centre Pompidou wurde 2015 eingeweiht und befindet sich im sogenannten El Cubo, einem farbenprächtigen Würfel aus Glas und Metall. Das Centre Pompidou in Málaga war das erste Zentrum des Centre Nacional de Arte y Cultura Georges Pompidou außerhalb Frankreichs und präsentiert eine außerordentliche Gemäldesammlung das, unter anderem, Werke von Picasso, Magritte, Marc Chagall, Joan Miró und Frida Kahlo enthält. Ursprünglich sollte sich das Centro Pompidou nur für fünf Jahre in Málaga befinden, aber auf Grund des enormen Erfolgs wurde der Vertrag mittlerweile bs zum Jahr 2025 verlängert.
 
Das Acueducto de San Telmo in Málaga
Das Acueducto de San Telmo wurde im 18. Jahrhundert, nach langen Trockenzeiten und einer wachsenden Bevölkerung, erbaut um Wasser vom Río Guadalmedina über ein elf Kilometer langes Aquädukt nach Málaga zu führen, zum einen um die Trinkwasserversorgung zu sichern, zum anderen für die Bewässerung der Gärten und der landwirtschaftlichen Güter. Das Acueducto de San Telmo gilt in ganz Spanien als ein Meisterwerk der hydraulischen Ingenieurkunst des 18. Jahrhunderts. Dieses Aquädukt, das von Bischof José de Molina Lario y Navarro finanziert wurde, benötigte insgesamt den Bau von 33 Brücken und zwei Tunnel über die das Wasser nach Málaga geleitet wurde.
 
Das Castillo de Gibralfaro in Málaga
Dort wo man heute das Castillo de Gibralfaro findet, hatten bereits die Phönizier ein ummauertes Gebiet das über einen Leuchtturm verfügte der den Namen Gibralfaro trug. Die Römer hatten dann aus den Ruinen eine erste Festung errichtet die, nach Ankunft der Mauren, unter dem Kalif Abderramán III. ausgebaut wurde und sich in eine bedeutende Festung verwandelte. Unter der Regierung der Nasriden wurde das Castillo de Gibralfaro im Jahr 1340 dann zu einem Alcázar ausgebaut und wurde zum Sitz des Emirs Yusuf I. Als 1487 die katholischen Könige Málaga übernommen hatten, entschied sich Fernando el Católico dazu das Castillo de Gibralfaro als Wohnsitz zu nehmen und er verlegte eine Truppe in das Castillo um die gesamte Anlage schützen zu können. Innerhalb des Castillo de Gibralfaro findet man auch ein Centro de Interpretación mit ausführlichen Hinweisen zur Geschichte des Castillo.
 
Der Jardín Botánico La Concepción in Málaga
Der Jardín Botánico La Concepción in Málaga wurde im englischen Stil gestaltet und wurde insbesondere mit subtropischen Pflanzen versehen die in Europa vorkommen. Gegenwärtig findet man im Botanischen Garten Málagas über 50.000 Pflanzen die im Klima Málagas überleben können. Bevor der Jardín Botánico La Concepción im Jahr 1990 in den öffentlichen Besitz überging, handelte es sich bei dieser Anlage um den privaten Garten einer der reichsten Familie der Stadt die hier nicht nur den Grundstock für den Botanischen Garten legten, sondern diesen auch mit archäologischen Funden aus der römischen Epoche dekorierten.
 
Das Casa Consistorial in Málaga
Das Casa Consistorial de Málaga, auch als Casona del Parque bezeichnet, wurde zwischen 1911 und 1919 am Paseo de Parques in einem Stil erbaut der sowohl neobarocke Elemente als auch Elemente des Modernismus enthält und heute das Rathaus der Stadt mit der gesamten Verwaltung ausmacht. Seit 2010 steht das Casa Consistorial, gemeinsam mit den Jardines de Pedro Luis Alonso, unter Denkmalschutz. Das Casa Consistorial de Málaga war das erste Gebäude am Paseo del Parque, dem sich, einige Jahre später, auch das Casa de Correos y Telégrafos und später die Banco de España anschlossen.
 
Die Iglesia de San Juan Bautista in Málaga
Die Iglesia de San Juan Bautista in Málaga ist eine der vier Kirchen der Stadt die noch von den katholischen Königen im Rahmen der Reconquista im Jahr 1487 erbaut wurde. Die Kirche wurde ursprünglich im gotischen Stil erbaut, jedoch noch mit zahlreichen Elementen im Mudéjar-Stil, wobei der Kirchturm allerdings erst 1543 beendet war. Nur rund zehn Jahre später wurde der Innenraum der Iglesia de San Juan Bautista jedoch im Auftrag des Bischofs Bernardo Manrique umgebaut und erhielt weitgehend das heutige Aussehen. Während des Erdbebens des Jahres 1680 wurde die Kirche und der Kirchturm stark beschädigt, jedoch weitgehend im vorhergehenden Stil, abgesehen von der reich dekorierten Pforte der Kirche, die erst Mitte des 18. Jahrhunderts hinzugefügt wurde, wie auch einige barocke Elemente die man heute in der Kirche entdecken kann.
 
Die Capilla del Rescate in Málaga
Die Capilla del Rescate in Málaga wird auch als Capilla Faro de la Victoria bezeichnet, wurde zwischen 1797 und 1800 von der Brüderschaft Cristo de la Expiración erbaut, die bis 1896 auch ihren Sitz in dieser Kapelle hatte. Als sich 1949 die Brüderschaft Cofradía del Recate neu gründete, übernahm diese die Capilla del Rescate und ab 1951 wurden hier auch die Ärmsten der Stadt mit Nahrung versorgt. Allerdings verschlechterte sich der Zustand der Kapelle immer mehr, so dass diese zwischen 1975 und 1977 vollständig restauriert wurde, allerdings in so oberflächlicher Form dass sie bereits 1981 erneut restauriert werden musste und 1995 konnte die Capilla del Rescate wieder für Besuche geöffnet werden. Heute ist diese Kapelle eine der bedeutendsten und schönsten Straßenkapellen Málagas.
 
Das Teatro Municipal Miguel de Cervantes in Málaga
Der Bau des Teatro Municipal Miguel de Cervantes in Malaga wurde im Jahr 1869 nötig, da das vorhergehende Teatro de la Merced abgebrannt war. Ursprünglich und umgangssprachlich wurde das Teatro Municipal Miguel de Cervantes nur als Teatro Cervantes bezeichnet, wobei dieses Theater als das älteste Theater der Costa del Sol gilt. Auch wenn das Teatro Cervantes, das vom Stadtarchitekten Gerónimo Cuervo geplant wurde, im Inneren reich dekoriert ist, so ist die Fassade des Theaters sehr einfach gehalten, wenn man von einigen Details, wie den fünf gusseisernen Leuchtern, absieht.
 
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Gastronomische Spezialitäten in Málaga
 
Bei der Küche Málagas handelt es sich im Prinzip um eine Mittelmeerküche mit dem Schwerpunkt dass die Zutaten so weit wie nur möglich aus der Provinz Málaga, insbesondere dem Küstengebiet, kommen, teilweise aber auch vom nahe liegenden Berggebiet. Auch wenn man in der klassischen Küche Málagas vor allem Fischgerichte findet, insbesondere die espetos de sardinas (Sardinenspieße), die eng mit der Stadt Málaga verbunden sind und die boquerones (Sardellen), die sowohl frittiert, als auch in Essig angeboten werden. Aber auch Gerichte wie die cazuela de fideos (Nudelauflauf), der ensalada malagueña (Salat Malageña) und der ajoblanco (Suppe "weißer Knoblauch") werden in Málaga auf eine für dort typische Weise zubereitet. Wie in sehr vielen anderen Städten, so hat man auch in Málaga eine sehr große Auswahl an Nachspeisen. In der Regel kann man zwischen flan de castañas, mostachones de piñones, bollos de aceite, empanadillas de batatas, tortas de aceite und vielen anderen Süßigkeiten mehr.
 
Kunsthandwerk und traditionelles Handwerk in Málaga
 
Málaga gehört zu jenen Städten Andalusiens in denen das Handwerk und das Kunsthandwerk noch eine sehr große Bedeutung haben. Die Fischerboote, die in Málaga als Jábegas bekannt sind, werden hier seit 2500 Jahren hergestellt, die berühmte bemalte Keramik reicht bis zur arabischen Epoche zurück und auch die Gusseisenprodukte, die man als Zäune, vor den Fenstern, als Treppengeländer und vielen anderen Stellen in Mälaga sehen kann, sind oft kunsthandwerklich hergestellt. Hinzu kommen klassische Methoden des Teppichknüpfens und die handwerkliche Herstellung von Gitarren und Lederprodukten hinzu. Auch Kastagnetten und andere Musikinstrumente werden noch heute in Málaga hergestellt. Im Grunde muss man in Málaga nur die Augen öffnen um einen Blick auf erstaunliche Arbeiten werden zu können.
 
Kulturelle Ereignisse und Veranstaltungen in Málaga
 
Jeweils am 28. Februar wird in ganz Andalusien der Día de Andalucía gefeiert, da Andalusien am 28. Februar 1980 seine Autonomie erhielt. Nach der Tradition wird an diesem Tag zum Frühstück sehr knusperiges Brot mit reichlich Olivenöl gegessen, ein Essen, das früher bei den Müllern üblich war. An diesem Tag finden in der ganzen Stadt verschiedene Aktivitäten statt und an sehr vielen Fenstern weht die andalusische Flagge.
 
Anfang März jedes Jahres findet in Málaga das Festival de Cine Español statt, ein Filmfestival mit Filmen aus allen spanischsprachigen Ländern. Die Filme werden in der Regel in drei Kinos Málagas vorgeführt. Die Besucher können während des Festivals sehr viele Premieren sehen, wobei das Festival auch von Workshops, Diskussionen und anderem mehr begleitet wird, da man hierbei die gesamte spanischsprachige Filmindustrie in den Vordergrund stellen will.
 
Jeden zweiten Mai wird in Málaga die Bienal de Arte Flamenco veranstaltet, nächstes Mal im Jahr 2025. In dieser Zeit kann man jeden Aspekt des andalusischen Flamenco entdecken, wobei viele der Veranstaltungen kostenlos sind. Während dieser Zeit kommen einige der bekanntesten Flamencosänger und Flamencotänzer nach Málaga, beide begleitet von traditioneller Gitarrenmusik der typischen Flamencogitarren. Das Bienal de Arte Flamenco findet allerdings nicht nur in Málaga statt, sondern parallel in mehreren Städten Andalusiens.
 
Jeweils im Mai findet auf dem Plaza de la Marina die Feria del Libro in Málaga statt bei der jeder Besucher die Autoren der Stadt kennen lernen kann und in den Werken dieser Autoren blättern kann, und natürlich auch ein signiertes Buch erwerben kann. Aber man findet auch sämtliche Bücher die in der andalusischen Stadt Málaga herausgegeben werden, und dies bereits seit über 50 Jahren. Während der Feria del Libro finden auch zahlreiche Randveranstaltungen statt die alle die Literatur in den Vordergrund stellen, wobei alle Bücher auch mit zehn Prozent Rabatt verkauft werden.
 
Die Noche en Blanco Mitte Mai ist in Málaga der Tag der Kultur an dem die meisten Museen der Stadt kostenlos zu besuchen sind. Wie üblich in Andalusien, so beginnen die großen Festlichkeiten jedoch am Abend, wenn die Kultur die Straßen Málagas erobert. Mit Einbruch der Dunkelheit beginnt man überall Musik zu spielen, Tänze aufzuführen, kann kurzen Theaterstücken folgen und die Werke von Straßenkünstlern bewundern.
 
Jeweils im Juni wird in Málaga das Festival de Teatro organisiert, ein Ereignis, das sich jährlich wiederholt und ein sehr ausgedehntes Programm in den verschiedenen Theatern Málagas bietet. Während des Theaterfestivals soll jeder Aspekt der Bühnenkunst beleuchtet werden, wobei während dieser Tage nicht nur bekannte Stücke von ebenfalls bekannten Schauspielern geboten werden, sondern auch Amateurgruppen auftreten und Alternativen bieten, die das Theater erneuern können und neue Gruppen an Besuchern erreichen.
 
Jeweils am 23. Juni eines Jahres feiert man in Málaga die Ankunft des Sommers als Noche de San Juan mit Konzerten und einem großen Picknick am Strand, wobei man dort auch privat Musik spielt und insbesondere die espetos de sardinas (geräucherte Sardinen) isst. Entlang des Playa de la Malagueta sieht man Lagerfeuer und kann die juas verfolgen, wenn Jugendliche über das Feuer springen.
 
Im Juni lädt Málaga zum Gastronomy Festival ein das auch für Besucher der Stadt von großem Interesse sein kann, da man bei diesem Festival die typische Küche Andalusiens entdecken kann, es möglich ist mit Köchen zu sprechen, und man auch selbst einen Kochlöffel in die Hand nehmen kann. Viele der lokalen Gerichte werden auch direkt am Plaza de la Marina gekocht, so dass der Küchengeruch teilweise jenen des Mittelmeers ersetzt. Zu dieser Gelegenheit kann man natürlich auch die Vielfalt der Tapas entdecken die in Málaga geboten werden.
 
Ende Juni, Anfang Juli findet im Castillo de Gibralfaro und der Alcazaba das Festival Artes Escénarias de Gibralfaro statt, ein Festival das in historischen Mauern zahlreiche Konzerte bietet, die jeden Bereich zwischen klassischer Musik, Jazz, Flamenco und Pop bieten, und dies jeweils um 22 Uhr, wenn die Umgebung nahezu unwirklich scheint. Um eines der Konzerte genießen zu können, müssen die Tickets allerdings sehr früh bestellt werden, da die Teilnahme jeweils begrenzt ist.
 
Jeden Juli wird in Málaga ein besonderes musikalisches Ereignis geboten, denn in diesem Monat findet das Festival de Música Antigua statt, ein Festival in dem in Kirchen und Konzertsälen Musik geboten wird, die insbesondere vor dem Jahr 1750 geschrieben wurde. Ein Liebhaber der Barockmusik wird während dieses Festivals den Klang der klassischen Instrumente lauschen können und einen akustischen Ausflug in die Vergangenheit machen können.
 
Mitte August findet in Málaga das bedeutendste Fest der Stadt statt, nämlich die Feria de Málaga. Bei dieser Feria werden Kultur, Tradition, Musik, Tanz und jede Art von Vergnügen vereint, wobei die Feria de Málaga zu Ehren der Schutzheiligen Málagas veranstaltet wird, der Virgen de la Victoria. Auch wenn überall im Zentrum Málagas auch tagsüber Veranstaltungen geboten werden, so belebt sich die Stadt vor allem ab den Abendstunden. Wie jede Feria Spaniens, so handelt es sich hier um ein Ereignis das man auf jeden Fall einmal erleben sollte.
 
Anfang Dezember jeden Jahres kann man in Málaga die Gran Feria Sabor in Málaga erleben, beziehungsweise genießen, denn anlässlich dieses Marktes entlang des Paseo del Parque kann man über 100 verschiedene Produkte der Provinz Málaga entdecken, kosten, und auch erwerben. Gleichzeitig zeigen auch einige Köche Andalusiens ihre Fähigkeiten und bieten dem Publikum einige ihrer Geheimnisse. Dass auch Nachspeisen, Olivenöl und Wein eine wichtige Rolle bei der Gran Feria Sabor einnehmen, ist selbstverständlich.
 
Die wichtigsten Badestrände in Málaga
 
Der Playa de la Malagueta in Málaga
Der Playa de la Malagueta ist der vermutlich beliebteste und bekannteste Badestrand in Málaga, der alle am Strand zu erwarteten Möglichkeiten und jeden entsprechenden Sercice bietet. Der während der Hauptsaison überwachte, 1200 Meter lange und 45 Meter breite Strand verfügt über einen dunklen Sand und, auf Grund der Wasserqualität, auch über die Blaue Flagge. Da dieser Strand sehr zentral liegt und gut zu erreichen ist, muss man allerdings im Sommer auch damit rechnen dass er sehr stark bevölkert ist.
 
Der Playa de la Caleta in Málaga
Der Playa de la Caleta ist gewissermaßen die Fortsetzung des Playa de la Malagueta und verfügt über einen sehr ähnlichen Service, und ebenfalls über die Blaue Flagge. Dieser Sandstrand verfügt über eine Länge von etwa 1000 Meter und eine durchschnittliche Breite von 20 Meter und ist ebenfalls sehr beliebt, zumal sich jenseits der Straße sehr viele Ferienwohnungen befinden. Auch dieser Strand wird in der Hauptsaison überwacht und ist, dank des sehr ruhigen Meeres, auch für Kinder gut geeignet.
 
Der Playa de Pedregalejo in Málaga
Der nächste, westliche Badestrand nach dem Playa de la Caleta und von diesem durch die Baños del Carmen getrennt, ist der Playa de Pedregalejo in Málaga, der ebenfalls über einen dunklen Sandstrand verfügt, wie auch über sämtliche bedeutenden Serviceeinrichtungen die man an einem Badestrand erwartet. Der Playa de Pedregalejo mit seinen sechs Buchten hat eine Länge von rund 1200 Meter und verfügt über eine Durchschnittsbreite von 20 Meter. An diesem, während der Hauptsaison sehr bevölkerte Badestrand, ist auch der Sitz von zwei Sportklubs.
 
Der Playa de El Palo in Málaga
Noch etwas weiter vom Zentrum Málagas entfernt und rund 1500 Meter nach dem Playa de Pedregalejo liegt, an der Stelle des früheren Reviers der Fischer, der Sandstrand Playa de El Palo, der ebenfalls etwa 1200 Meter lang ist und über eine durchschnittliche Breite von 25 Meter verfügt. Dieser Strand gilt vor allem als Familienstrand an dem man sehr viele Familien finden kann die meist in der Nähe wohnen, zumal man hier nicht nur das übliche Strandangebot findet, sondern auch günstig essen kann, zumindest als Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten.
 
Der Playa El Chanquete in Málaga
Nach dem Playa de Ela Palo kommt der Sandstrand Playa El Chanquete, der sehr gut mit dem Auto, oder auch dem lokalen Bus, erreicht werden kann und als Familienstrand Málagas gilt. Der Playa El Chanquete hat eine Länge von rund 550 Meter und eine durchschnittliche Breite von 25 Meter. Allerdings bietet dieser Strand, der nicht überwacht ist, nicht den üblichen Service anderer Badestrände, zieht jedoch auch Drachensurfer an.
 
Der Playa de la Misericordia in Málaga
Im Westen Málagas findet man zuerst den Playa de la Misericordia der ebenfalls über einen dunklen Sand verfügt und auf dieser Seite Málagas der beliebteste Badestrand mit einer Länge von etwa 1200 Meter und einer Durchschnittsbreite von 30 Meter ist. Auf Grund der Stadtnähe verfügt auch der Playa de la Misericordia über sämtliche Angebote eines touristischen Strands, auch wenn hier die Wogen etwas höher sein können als auf der östlichen Seite Málagas.
 
Der Playa de Huelin in Málaga
Der Playa de Huelin, auch als Playa de San Andrés bezeichnet, ist der zentralste Strand Máálagas mit allen Möglichkeiten, die ein Sandstrand in Stadtnähe bieten kann. Dieser Strand hat eine Länge von etwa 700 Meter und eine Breite von durchschnittlich 50 Meter. Trotz der bedeutenden Fläche ist dieser Badestrand im Sommer extrem stark besucht. Eine Besonderheit am Playa de Huelin ist die sogenannte Ola del Melillero, was bedeutet dass kurzzeitig hohe Wogen entstehen können, die von großen Schiffen verursacht werden die am Hafen der Stadt anlegen.
 
Der Playa del Guadalmar in Málaga
Der Playa del Guadalmar liegt jenseits des Río Guadalhorce und ist großteils als Nacktbadestrand ausgezeichnet. Auch dieser Strand verfügt über einen dunklen Sand, ist jedoch nur etwa 400 Meter lang und hat eine Durchschnittsbreite von 30 Meter. Am Playa de Guadalmar findet man, wie an allen stadtnahen Stränden, sämtliche Einrichtungen die man an guten Badestränden erwarten kann.
 
Natürlich findet man vor Málaga noch einige, teilweise auch steinige, weitere Badestrände, die jedoch nicht auf eine ideale Weise erreicht werden können. Hinzu kommt dass die Strandanlagen dort minimal sind, seltener gereinigt werden und in der Regel auch nicht überwacht werden.
 
Wir arbeiten permanent an diesen Seiten und werden bei Jerez de la Frontera die Fortsetzung der Geschichte veröffentlichen, aber auch alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten, die wichtigsten Feste und die lokale Gastronomie hinzufügen, aber auch Ausflugsmöglichkeiten in andere Städte, die jeweils in den gleichen Provinzen liegen.