El Puerto de Santa María und die hundert Paläste

El Puerto de Santa María ist insbesondere für seinen großen Marinehafen bekannt in dem auch die amerikanische Marine einen Teil ihrer Schiffe liegen hat. Gegenwärtig verfügt die in der Provinz Cádiz liegende Stadt über rund 90.000 Einwohner und hat einen etwas merkwürdigen Rekord, denn El Puerto de Santa María ist die einzige Stadt in ganz Europa in der man drei Gefäängnisse findet. Auch wenn man in der Stadt eine der bedeutendsten Marinebasen Europas findet, so existieren dort auch über mehrere Kilometer hinweg goldene Sandstrände, die auch eine touristische Entwicklung von El Puerto de Santa María ermöglichten.
 
Der Legende nach wurde die Stadt El Puerto de Santa María vom griechischen König Menelaos gegründet, der sich einen Namen während des Trojanischen Krieges machte. Während diese Legende natürlich nicht unbedingt der Realität entspricht, so kommt ihr aktueller Titel als die Stadt der hundert Paläste der Wahrheit sehr nahe, obwohl auch die Paläste weitgehend verschwunden sind, oder aber in Ruinen liegen, denn die Zeit dieser Paläste geht auf die Eroberungen des 17. und des 18. Jahrhunderts zurück, also die Händler der Stadt mit enormen Reichtümern aus Südamerika zurückkamen und dies auch durch den Bau von Palästen deutlich machten.

El Puerto de Santa María, die Stadt der hundert Paläste
Foto: Herbert Kårlin

Die Geschichte der Stadt El Puerto de Santa María
 
Wie die Ausgrabungsstelle El Aculadero belegt, so war die Stadt El Puerto de Santa María bereits zur Altsteinzeit bewohnt. Auch aus den späteren Epochen, insbesondere der Jungsteinzeit und unter den Phöniziern gab es ständig Ansiedlungen in der Stadt. Auch wenn die Ausgrabungen relativ gering sind, so können sie beweisen dass El Puerto de Santa María nahezu lückenlos bis zum 2. Jahrhundert vor Christus bewohnt war, wobei zu dieser Zeit auch eine Nekropolis, Reste von Häusern und anderes mehr gefunden wurde.
 
Dass El Puerto de Santa María auch von den Römern als Wohnsitz genutzt wurde, beweisen Funde im im Zentrum der Stadt, insbesondere bei Arbeiten am Plaza de Isaac Peral. Dieser Platz lag, unter anderem, an der römischen Straße Via Augusta, was erklärt dass man während der Arbeiten Skelette fand, aber auch Gefäße, Ringe und andere Gegenstände die aus den verschiedenen Epochen des römischen Reiches stammen.
 
Welche Rolle die Westgoten in El Puerto de Santa María spielten, bleibt im Dunkeln, auch wenn bekannt ist dass sie von den arabischen Eroberern bei der Schlacht von Guadalete im Jahr 711, dem Jahr als die maurischen Truppen erstmals in Andalusien ankamen, besiegt wurden. Die arabischen Eroberer gaben der Stadt den Namen Amaría Alcanter, was man meist mit "Hafen der Salinen" übersetzt, was wiederum aussagt dass die arabischen Bewohner dort vor allem Salz gewannen. Auch während der Zeit als die Araber über El Puerto de Santa María herrschten, entwickelte sich die Stadt kaum, da sie von den Mauren als ländlicher Ort sahen der von Jerez de la Frontera abhängig war. Bereits im Jahr 1260 eroberte der katholische König Alfonso X. El Sabio die Stadt und beendete damit die arabische Herrschaft in El Puerto de Santa María.
Fortsetzung folgt ...
 
Sehenswürdigkeiten in El Puerto de Santa María
 
Das Castillo de San Marcos de El Puerto de Santa María
Das Castillo de San Marcos de El Puerto de Santa María wurde im Jahr 1264 im Auftrag des katholischen Königs Alfonso X. El Sabio auf den Resten einer maurischen Mezquita erbaut, die wiederum auf einer römischen Festung entstand. Der bedeutendste Teil des Castillo de San Marcos ist die Festungskirche mit dem Altar der der Virgen de los Milagros geweiht ist, der Schutzheiligen der Stadt, die auch Alfonso X. erschienen war. Das Castillo und die Kirche wurden im 15. Jahrhundert modernisiert, wobei die Kirche auch von Columbus besucht wurde.
 
Das Monasterio de la Victoria in El Puerto de Santa María
Das Monasterio de la Victoria ist ein Kloster aus dem 16. Jahrhundert das außerhalb der Stadtmauer von El Puerto de Santa María für die adelige Familie der Duques de Medinaceli errichtet wurde. Das im gotischen Stil erbaute Kloster wurde anschließend rund 300 Jahre lang von den Mönchen des Ordens San Francisco verwaltet bis es zwischen 1886 und 1981 in das Gefängnis von El Puerto de Santa María verwandelt wurde. Am 27. Dezember 2013 wurde das Monasteria de la Victoria als wichtiges geschichtliches Monument unter Schutz gestellt.
 
Das Museo Municipal de El Puerto de Santa María
Das Museo Municipal de El Puerto de Santa María öffnete im Jahr 1982 und hat das Ziel die historischen und künstlerischen Gegenstände und Werte der Stadt zu erhalten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Das Museum hat zwei größere Abteilungen, wobei eine davon archäologische Funde aufweist die Gegenstände von der Steinzeit bis zur römischen Epoche umfasst und in El Puerto de Santa María gefunden wurden. Die zweite Abteilung betrifft die Malerei und die Skulptur lokaler Künstler, enthält aber auch grafische Kunst des Poeten Rafael Alberti.
 
Das Castillo de Santa Catalina del Puerto in El Puerto de Santa María
Das Castillo de Santa Catalina del Puerto in El Puerto de Santa María wurde im 16. Jahrhundert begonnen und liegt unmittelbar neben der Ermita de Santa Catalina. Das Castillo, von dem zuerst ein Verteidigungsturm erbaut wurde und der bereits die Angriffe in den Jahren 1587 bis 1596 abwehren konnte, bevor auch die Festung diese Aufgabe übernehmen konnte. Das Castillo de Santa Catalina del Puerto war bei seinem Bau eine der modernsten und schlagkräftigsten Verteidigungsanlagen Andalusiens. Bis zum 18. Jahrhundert wurde die Festung permanent ausgebaut und erweitert, bis sie von den Truppen Napoleons eingenommen und weitgehend zerstört wurde.
 
Das Antiguo Monasterio de la Victoria in Santa María
Das Monasterio de la Victoria wurde im 16. Jahrhundert von den Duques de Medinaceli als Franziskanerkloster erbaut und sich dort der Landwirtschaft widmeten. Zwischen 1886 und 1981 wurde das Kloster dann als Gefängnis benutzt, erst als nationales Gefängnis und nach dem spanischen Bürgerkrieg für bedeutende, politische Gefangene, um anschließend für kulturelle Veranstaltungen und als Büroraum genutzt zu werden. Bis heute ist das Kloster, inklusive der Klosterkirche und den Wohnräumen weitgehend erhalten, so dass man die Einheit des ursprünglichen Klosterbetriebes noch deutlich erkennen kann.
 
Die Fundstätte Doña Blanca in Santa María
Die archäologische Fundstätte Doña Blanca in El Puerto de Santa María umfasst 200 Hektar und wurde zwischen 1979 und 1995 erschlossen. Die ältesten Elemente die in der Funstätte entdeckt wurden ist eine Nekropolis aus der Epoche der Phönizier, geht daher auf die Zeit von zwischen dem 8. und dem 3. Jahrhundert vor Christus zurück. Nach aller Wahrscheinlichkeit handelt es sich beim Fund um die älteste, phönizische Stadt auf der iberischen Halbinsel. Bei der Fundstätte Doña Blanca handelt es sich um die am besten erhaltene phönizische Stadt ud ist so gut erhalten dass sie sehr viele Erkenntnisse zuließ, die bis dahin unbekannt waren.
 
Fortsetzung folgt ...
 
Gastronomische Spezialitäten in El Puerto de Santa María
 
Mit einer langen Geschichte des Fischfangs und überwiegend nationalem Tourismus gelang es El Puerto de Santa María auch die lokale, traditionelle Küche zu behalten, die natürlich von jener der Bahía de Cádiz begleitet wird. Wie in den Nachbarorten dominieren in El Puerto de Santa María Fischgerichte die von in der Region Cádiz angebautem Gemüse begleitet werden. Unter den Fischen und Schalentieren findet man in El Puerto de Santa María insbesondere puntillitas (Tintenfisch) und Gerichte wie guisos (Eintöpfe) und sopas de pescado (Fischsuppe). Auf lokale Weise zubereitet werden insbesondere piriñaca (Tomatensalat), caldillo de perro (Fischsuppe der Stadt), raya al pan frito (Rochen mit Grillbrot) und auch panizas fritas (Churros auf Kichererbsenbasis).
 
Wir arbeiten permanent an diesen Seiten und werden bei El Puerto de Santa María die Fortsetzung der Geschichte veröffentlichen, aber auch alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten, die wichtigsten Feste und die lokale Gastronomie hinzufügen, aber auch Ausflugsmöglichkeiten in andere Städte, die jeweils in den gleichen Provinzen liegen.