Cádiz, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen

Die Stadt Cádiz verfügt gegenwärtig über rund 115.000 Einwohner und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, wobei Cádiz auf einer Insel liegt die nur über eine Brücke erreicht werden kann, die wiederum von Lord Byron als die Sirene des Ozeans bezeichnet wurde. Während Cádiz früher insbesondere von den Aktivitäten am Hafen lebte, so spielt heute vor allem auch der Tourismus eine große Rolle, da man im im älteren Teil der Stadt Sehenswürdigkeiten aus den unterschiedlichsten Epochen finden kann und zudem an jeder Ecke eine Bodega (Weinkeller) findet.
 
Cádiz gehört mit zu den ältesten Städten Europas und spielte bereits unter den Phöniziern eine bedeutende Rolle, sowohl im Handel als auch in militärischer Hinsicht. Dies hängt insbesondere von der strategischen Lage der Stadt ab, da sich hier der Atlantik und das Mittelmeer treffen, was bereits damals den Handel in alle Richtungen öffnete. Zur römischen Zeit gehörte Cádiz dann zu einer der reichsten Städte am Mittelmeer, wovon noch heute zahlreiche Monumente zeugen.

Cádiz, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen
Foto: Herbert Kårlin

Die Geschichte der Stadt Cádiz
 
Die Stadt Cádiz wird oft als die älteste Stadt Europas bezeichnet, was nicht sicher ist, auch wenn Cádiz mit Sicherheit eine der ältesten Städte Europas ist. Dies hängt vor allem an seiner geografischen Lage statt, die Cádiz den Zugang zum Mittelmeer und zum Atlantik gewährt, also sowohl aus militärischen, wie auch aus Handelsgründen, geradezu ideal für den Handel ist. Bereits nach dem Trojanischen Krieg war Cádiz im Jahr 1104 vor Christus eine bedeutende Handelsstadt der Phönizier, die auch als die Gründer der Stadt gelten.
 
Die Rolle als internationale Handelsstadt behielt Cádiz auch während der Folgeepochen und erreichte dann unter den Römern eine Glanzzeit in der auch das Amphitheater und Aquädukte, wie auch eine bedeutende römische Kavallerie aufgebaut wurde die jener von Rom entsprach. Alles weist darauf hin dass Cádiz unter der Herrschaft Roms die bedeutendste und reichste Stadt Andalusiens war.
 
Mit dem Untergang des römischen Reiches ab dem 3. Jahrhundert und der Ankunft der Byzantiner, und später den Westgoten, ging die Bedeutung von Cádiz sehr deutlich nach unten, da die neuen Invasoren keinerlei bedeutenden Handelsbeziehungen hatten und auch sämtliche Handelsstraßen verfallen ließen, andererseits auch wenig von der Seefahrt hielten. Das größte Problem war jedoch dass die Bewohner von Cádiz kaum noch Einnahmen hatten und verarmten, daher abhängig von einigen wenigen ländlichen Großbesitzern wurden.
 
Als Tariq Ibn Ziyad 711 Cádiz einnahm, ließ er zuerst die Statue von Herkules, dann auch den Tempel von Herkules zerstören. Unter der arabischen Herrschaft bekam Cádiz jedoch seine wirtschaftliche Größe zurück, auch wenn die Stadt in seiner Größe geschrumpft war. Allerdings wurde Cádiz dann bereits im Jahr 1217 weitgehend von Kreuzrittern zerstört die ins Heilige Land unterwegs waren und 1264 wurde Cádiz in das katholische Spanien integriert. Dieser Schritt war für Cádiz jedoch von Vorteil, da die Stadt dadurch wieder zur alten Größe zurückkehrte und zahlreiche Privilegien erhielt.
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Sehenswürdigkeiten in Cádiz
 
Das Teatro romano in Cádiz
Das Teatro romano de Cádiz, auch Theatrum Balbi genannt, wurde im 1. Jahrhundert vor Christus erbaut und gilt als das zweitgrößte römische Theater in Spanien und als das zweitälteste in ganz Europa, da nur jenes in Rom noch älter ist. Allein die Cavea des Theaters umfasst 120 Meter und konnte 20.000 Besucher aufnehmen, in einer Zeit als im Zentrum von Cádiz insgesamt nur 80.000 Einwohner lebten. Im Teatro romano de Cádiz findet man auch ein Centro de Interpretación, wo man die Geschichte des Bauwerks sowie die Bedeutung der einzelnen Teile des Theaters entdecken kann.
 
Die Puerta de Tierra in Cádiz
Die Puerta de Tierra wurde im 18. JahrhDie Iglesia de San José in Cádiz wurde im 18. Jahrhundert im neoklassischen Stil erbaut und konnte 1787 eingeweiht werden. Obwohl das Innere der Kirche neoklassisch ist, so wurde das Äußere der Iglesia de San José im Stil des barocken Architekten Borromini gebaut, was der Kirche, auf den ersten Blick, mehr das Aussehen des 17. Jahrhunderts verleiht. Die Iglesia de San José wurde außerhalb des damaligen Stadtzentrums erbaut, also außerhalb der damaligen Stadtmauer, und erhielt einen Altar in Form eines Tempels. Auch wenn die Kirche noch heute sehenswert ist, so wurde beim Feuer, das 1936 ausbrach, sehr vieles unwiederbringlich zerstört.undert von Torcuato Cayón, einem Architekten aus Cádiz, errichtet und war nicht nur der Zugang zur Stadt, sondern gleichzeitig ein religiöses Monument und ein Triumphbogen. Die Puerta de Tierra besteht aus weißem Marmor vor der man die Skulpturen der beiden Schutzheiligen San Servando und San Germán finden kann. Das gesamte Tor wurde in Barock errichtet und trennt heute die Altstadt (Casco Antiguo) und die Neustadt (Puerta Tierra) von Cádiz. Der Turm der Puerta de Tierra wurde erst 1850 erbaut und diente als optischer Signalturm der eine direkte Verbindung mit der Militärbehörde in Madrid ermöglichte, natürlich im Relais mit 56 weiteren entsprechenden Türmen.
 
Die Necrópolis de la Punta la Vaca in Cádiz
Die Necrópolis de la Punta la Vaca wurde bei Vorbereitungen der Exposición Maritima Internacional durch Zufall entdeckt, wobei sich bei den Ausgrabungen sehr schnell herausstellte dass es sich um eine Nekropolis aus der phönizisch-punischen Zeit handelte. In der Tat wurden dort drei Gräber gefunden in denen jeweils ein Sarkophag befand in dem ein Mann begraben worden war. Die Sarkophage aus weißem Marmor kann man heute im Museo de Cádiz betrachten, die Fundstelle wurde indes anlässlich der Explosion von Cádiz im Jahr 1947 zerstört, einer Explosion einer großen Menge an Sprengstoff, die große Teile der Stadt zerstörte.
 
Das Castillo de San Sebastián in Cádiz
Das Castillo de San Sebastián liegt auf einer kleinen Insel vor dem Playa de La Caleta, einer Insel auf der 1457 eine Einsiedelei gebaut wurde in der sich eine Gruppe von Personen von der Pest erholte. Im Jahr 1706 wurde dann mit dem Bau der Festung Castillo de San Sebastián begonnen um auf diese Weise Cádiz auch auf seiner nördlichen Seite gegen Angriffe zu schützen. Ab 1811 wurden in der Festung mehrmals bedeutende Strafgefangene untergebracht und 2002 diente das Castillo de San Sebastián in Cádiz dann als Kulisse für den James Bond Film Die Another Day. Heute befindet sich in der Festung das Labor für Meeresforschung der Universität Cádiz.
 
Die Catedral de la Santa Cruz in Cádiz
Die Catedral de la Santa Cruz in Cádiz , die auch als Santa Cruz sobre el Mar bezeichnet wird, wurde ab 1722 erbaut, jedoch erst 1838 fertiggestellt, was erklärt warum Teile der Kathedrale in Barock sind, andere jedoch im neoklassischen Stil erbaut wurden. Der Hauptaltar weist einen neoklassischen Stil auf und wurde der Inmaculata Concepción (Unbefleckte Empfängnis) gewidmet. Die Catedral de la Santa Cruz befindet sich im Zentrum der Altstadt, an einer Stelle, so dass sie von ganz Cádiz aus gesehen werden kann. Über den Haupteingang gelangt man auch zum Museo Catedralico de Cádiz.
 
Das Museo de Cádiz
Das Museo de Cádiz ist das am meisten besuchte Museum Andalusiens und wurde im 19. Jahrhundert an der Stelle des früheren Convento de San Francisco errichtet und wurde 1838 geöffnet. Nach einem Umbau und einer Modernisierung wurde das Museum in drei Sektionen eingeteilt, wobei eine davon der Archäologie gewidmet ist, eine zweite der Kunst und die dritte der Ethnographie. Die ältesten Ausstellungsstücke stammen aus der Epoche der Phönizier, auch wenn die römischen Fundstücke dominieren. Unter den bekanntesten Künstlern des Museums findet man Zurbarán und Murillo, die weltweit bekannt wurden.
 
Das Museo del Títere in Cádiz
Das Museo del Títere kann man über das Tor des ehemaligen Feuerwehrhauses erreichen und verfügt über eine Fläche von 1500 Quadratmetern. Im Marionettenmuseum, das seinen Ursprung im Jahr 2008 hat, findet man gegenwärtig die größte Sammlung an Marionetten und Puppen Spaniens, mit rund 500 verschiedenen Ausstellungsstücken. Allerdings findet man im Museo de Títere nicht nur die bekanntesten Marionetten Spaniens, sonder auch Marionetten aus 28 weiteren Ländern. Der Schwerpunkt liegt natürlich an Marionetten und den Hersteller der Marionetten aus dem andalusischen Raum.
 
Das Museo Taller Litográfico in Cádiz
Das Museo Taller Litográfico in Cádiz wurde im Jahr 2010 geöffnet und verfügt, nach Barcelona, über die zweitgrößte Sammlung an Lithographisteinen Spaniens, was bedeutet dass man dort mehr als 1000 Originalsteine sehen kann, was wiederum darauf zurückführt dass Cádiz seit 1820 über eine Lithographiepresse verfügte. Nahezu alle diese Steine kommen aus Bayern, wo man bis heute die optimalen Steine für Lithographien findet. Auch die beiden bedeutendsten Lithographen der Stadt, Jorge Wasserman und Nicolaus Müller, waren aus Deutschland eingewandert und hatten in Cádiz mehrere Ateliers und Geschäfte in Zusammenhang mit Lithographien. Wer sich für die Geschichte der Lithographien interessiert, sollte dieses Museum auf jeden Fall besuchen, da man hier auch die Pressen aus dem 19. Jahrhundert zu sehen bekommt.
 
Das Hospital de Nuestra Señore del Carmen in Cádiz
Das Hospital de Nuestra Señora del Carmen in Cádiz wurde am 16. Oktober 1749 als Krankenhaus für Frauen eingeweiht, wobei der barocke Baustil noch heute erhalten ist. Das Hospital spielte im Laufe der Geschichte mehrmals eine bedeutende Rolle, denn im 19. Jahrhundert kamen mehrere Epidemien nach Cádiz, später kam der afrikanische Krieg, und auch der Bürgerkrieg brachte in Cádiz sehr viele Verletzte. Aus finanziellen Gründen musste Bischof Antonio Añoveros das Hospital de Nuestra Señora del Carmen jedoch im Jahr 1963 schließen. Ab 2007 begann man dann die prächtige Kirche des Hospitals zu restaurieren, so dass man sie heute wieder besuchen kann, ein Meisterwerk der Kirchenkunst.
 
Das Castillo de San Lorenzo de Puntales in Cádiz
Das Castillo de San Lorenzo de Puntales in Cádiz, oft nur als Castillo de Puntales bezeichnet, wurde Mitte des 16. Jahrhundert erbaut und wird als eine der ältesten Festungen in Cádiz bezeichnet, auch wenn diese ursprünglich relativ kleine Festung bereits Ende des gleichen Jahrhunderts von englisch-holländischen Truppen weitgehend zerstört wurde als diese ganz Cádiz nahezu dem Erdboden gleichmachten. Im Jahr 1598 ließ daher König Felipe II. sowohl Cádiz, als auch das Castillo de San Lorenzo del Puntal, wieder neu aufbauen. Während des spanischen Unabhängigkeitskrieges wurde Cádiz, auf Grund seiner strategischen Lage, mehrmals angegriffen und Cádiz war 1863 dazu gezwungen die Festung auszubauen und besser zu befestigen. Heute ist das Castillo de San Lorenzo de Puntales vollkommen von der spanischen Marine genutzt und kann nicht besucht werden.
 
Das Castillo de Santa Catalina in Cádiz
Das Castillo de Santa Catalina in Cádiz wurde ab Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhundert in der damaligen italienischen, sternförmigen Bauweise errichtet und wird gegenwä:rtig für kulturelle Veranstaltungen benutzt, unter anderem das Festival de Cine Documental deAlcances Cádiz. Das Castillo de Santa Catalina wurde im Auftrag des K&nigs Felipe II. erbaut, kurz nachdem Cádiz von der englisch-holländischen Marine engegriffen worden war und sollte eigentlich weitaus größer werden. Sowohl unter Carlos III., als auch später während des spanischen Bürgerkriegs, wurde das Castillo als Militärgefängnis benutzt. Seit 1991 wird diese Festung nicht mehr für militärische Zwecke benutzt.
 
Der Palacio de la Aduana in Cádiz
Der Palacio de la Aduana in Cádiz, auch Palacio de la Diputación genannt, wurde, im Auftrag des Königs Carlos III., ab 1770 im neoklassischen Stil erbaut. Als das Gebäude 1784 fertig gestellt war, wurde es ausschließlich dem Zollamt zur Verfügung gestellt, was sich jedoch änderte als zu Beginn des 19. Jahrhunderts Napoleon Cádiz einnahm, denn zu jener Zeit wurde der Palacio de la Aduana als Regierungsgebäude benutzt und 1823 wurde im obersten Stockwerk der spanische König Fernando VII. als Gefangener gehalten und, nach der Befreiung des Königs, wurde in diesem Palacio die Regionalregierung untergebracht. Seit 1961 befindet sich im Palacio de la Aduana die Diputación (andalusisches Parlament).
 
Der Arco de los Blanco in Cádiz
Der Arco de los Blanco in Cádiz ist die Erweiterung eines ursprünglich römischen Tors, wurde ursprünglich als Puerta de Tierra bezeichnet und während der römischen Zeit den Zugang zur heutigen Altstadt von Cádiz ermöglichte. Da nicht nur der Arco de los Blanco erweitert wurde, sondern sich unter der Familie Bianco o Blanco, nach der das Tor benannt wurde, die gesamte Umgebung um dieses Tor veränderte, ist heute nur noch ein kleiner Teil des ursprünglichen Stadttors erhalten. Gegen 1620 gehörte die Familie Blanco zu den bedeutendsten Kaufleuten der Stadt und baute, neben diesem Stadttor eine Kapelle und erbaute auch die Puerta del Pópulo. Leider ist von dieser Kapelle nicht mehr erhalten.
 
Das Cárcel Real in Cádiz
Nachdem Ende des 18. Jahrhunderts das Gefängnis in Cádiz zu klein wurde und auch nicht mehr den gesundheitlichen Anforderungen entsprach, wurde 1794 das neue Cárcel Real erbaut, ein Gefängnis mit guter Ventilation und einer Größe die der Menge der Einwohner der Stadt angepasst war. Und da um diese Zeit das Barock als dekadent betrachtet wurde, griff der Architekt beim Bau des Cárcel Real zum neoklassischen Stil, den man auch heute noch sehr deutlich erkennen kann. Da Cádiz um diese Zeit jedoch unter einer ökonomischen Krise litt, sollte das neue Gefängnis erst ab 1836 benutzt werden können. Das Cárcel Real wurde bis 1966 als Gefängnis benutzt und anschließend zum Gerichtsgebäude umgebaut, so dass hier zwischen 1991 und 2006 die Gerichtsverhandlungen stattfanden. Nach einem weiteren, sehr umfangreichen Umbau wurde aus dem ehemaligen Gefängnis das Casa de Iberoamérica, also ein Kulturzentrum.
 
Das Teatro Falla in Cádiz
Das Teatro Falla in Cádiz wurde im Jahr 1884 nach den Plänen von Adolfo Morales de los Ríos auf dem Grundstück des früheren Theaters, einem Holzgebäude das 1881 abgebrannt war, erbaut und sollte 1905 fertiggestellt werden, über 20 Jahre nach dem Baubeginn. Fünf Jahre später war auch die Einrichtung des Teatro Falla an seinem Platz und das Theater wurde eingeweiht. Das Teatro Falla, das letztmals 1991 restauriert wurde, entstand im Neomudéjar-Stil um der islamischen Kunst möglichst nahe zu kommen, wobei selbst die drei Zugangstore der Tradition der früheren arabischen Emire gerecht wurden. Jeden Februar wird im Gran Teatro Falla, wie das Theater oft genannt wird, auch der Carnaval de Cádiz vorbereitet.
 
Die Iglesia de San José in Cádiz
Die Iglesia de San José in Cádiz wurde im 18. Jahrhundert im neoklassischen Stil erbaut und konnte 1787 eingeweiht werden. Obwohl das Innere der Kirche neoklassisch ist, so wurde das Äußere der Iglesia de San José im Stil des barocken Architekten Borromini gebaut, was der Kirche, zumindest auf den ersten Blick, mehr das Aussehen des 17. Jahrhunderts verleiht. Die Iglesia de San José wurde außerhalb des damaligen Stadtzentrums erbaut, also außerhalb der damaligen Stadtmauer, und erhielt einen Altar in Form eines Tempels. Auch wenn die Kirche noch heute sehenswert ist, so wurde beim Feuer, das 1936 ausbrach, sehr vieles, unter anderem die Seitenaltäre, unwiederbringlich zerstört.
 
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Gastronomische Spezialitäten in Cádiz
 
Auch wenn man in Cádiz nicht sehr viele Gerichte findet die konkret an die kulinarische Geschichte der Stadt gebunden sind, so handelt es sich dennoch um eine andalusische Küche die in den Orten entlang der Bahía de Cádiz verbreitet sind, teilweise aber auch in anderen Teilen der Provinz Cádiz geboten werden. Bei den Gerichten die am ehesten der lokalen Küche der Stadt zugeordnet werden können, findet man die morena en adobo (marinierte Murne), die tortillita de camarones (Garnelen-Omelett), die caballa asada (gegrillte Makrele), die muergos (Scheidenmuscheln), die cañaillas (Meeresschnecken) und die bogavante (Hummer). Typisch für Cádis sind auch die verschiedenen guisos (Eintöpfe), die oft eine Verbindung zwischen Meer und Land aufweisen, zum Beispiel der pescado en sobrehúsa (Fisch mit Bohnen). Die Küche in Cádiz wird auch mit den bekannten berzas (Kohlgerichte) verbunden, die als berzas gaditanas bezeichnet werden. Als typische Nachspeisen und Süßigkeiten von Cádiz nennt man häufig die panizas (Gebäck mit Mehl aus Kichererbsen), die tocinos de cielo (Himmelsspeck), die pestiños (Honiggebäck) und das pan de Cádiz (Marzipanbrot).
 
Handwerk und Kunsthandwerk in Cádiz
 
Während in Cádiz unter den Handwerkern vor allem die Buchbinder als herausragend gelten, die noch heute wertvolle Buchumschläge in Handarbeit herstellen, findet man unter den Kunsthandwerkern eine sehr breite Auswahl. Am bekanntesten ist die Keramik aus Cádiz, die sowohl das traditionelle Schaffen mit Jahrhunderte alten Motiven besticht als auch mit moderne Neuschaffungen, aber auch die Schmuckherstellung und die Verarbeitung von Leder, insbesondere die Herstellung von Handtaschen, Geldbö ;rsen und ähnlichen Gegenständen in traditionellem Kunsthandwerk, ist bis weit über die Grenzen Andalusiens hinaus bekannt. Eine besondere Rolle nimmt auch die Herstellung von andalusischen Fächern ein die hier individuell hergestellt werden. Sollte es sich um ein Kunsthandwerk aus Cádiz handelt, so kann man dies in der Regel daran erkennen dass es mit Artesanía de Cádiz gekennzeichnet ist. Bei günstigen Angeboten sollte man allerdings nachsehen ob der Gegenstand nicht einen asiatischen Stempel trägt, da es für Amateure nicht sehr einfach ist echtes Kunsthandwerk und industrielle, asiatische Ware vom Aussehen her unmittelbar unterscheiden zu können.
 
Kulturelle Ereignisse und Veranstaltungen in Cádiz
 
Im Mai jedes Jahres kann man in Cádiz am Festival Internacional del Títere de Cádiz teilnehmen bei dem man die verschiedenen Marionettenspieler Spaniens mit alten und neuen Stücken erleben kann und dabei wieder zum Kind werden kann.
 
Ende August finden im Stadtteil Barrio de Puntales in Cádiz die Fiestas de los Cañonazos (Fest der Kanoniers) statt bei der nicht nur eine historische Schlacht nachgestellt wird, sondern dies auch mit zahlreichen Festlichkeiten verbunden ist, die jeweils um 20 Uhr beginnen.
 
Zum Sommerende, in der Regel Anfang September, findet in Cádiz das Entierro de la Caballa (Beerdigung der Makrele) statt bei der eine künstliche Makrele durch die Straßen von Cádiz getragen wird um anschließend in Prunk begraben zu werden.
 
Ende September und Anfang Oktober lädt Cádis zur Muestra Cinematográfica del Atlántico Alcances ein, ein Filmfestival das seit 2015 als Festival de Cine Documental de Cádiz bezeichnet wird und ein Festival des Dokumentarfilms ist.
 
Seit 1985 findet im Oktober im Teatro Falla in Cádiz das Festival Iberoamericano de Teatro statt, ein Theaterfestival das bereits mehrmals bedeutende Preise gewann und Stücke der iberischen Halbinsel und Südamerikas vereint und präsentiert.
 
Mitte November werden Liebhaber der andalusischen und der spanischen Musik mit dem Festival de Música Española de Cádiz verwöhnt bei der man Meisterwerke Andalusiens, aber auch der iberischen Halbinsel hören kann, unter anderem auch Flamenco.
 
Ebenfalls im November findet in Cádiz das Encuentro de Coros Parroquiales Almas Jóvenes statt bei dem sich die Chöre der verschiedenen, katholischen Kirchen aus Cádiz treffen und ihr Können zeigen, zu dem aber auch bekannte Gäste eingeladen werden.
 
Das ganze Jahr über kann man im Teatro del Títere die Vorstellungen Tía Norica erleben, eine rund 200 Jahre alte Tradition, die sich um die unterschiedlichen Marionetten und Puppen drehen und hierbei auch einen Blick in die Vergangenheit erlauben.
 
Wir arbeiten permanent an diesen Seiten und werden bei Cádiz die Fortsetzung der Geschichte veröffentlichen, aber auch alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten, die wichtigsten Feste und die lokale Gastronomie hinzufügen, aber auch Ausflugsmöglichkeiten in andere Städte, die jeweils in den gleichen Provinzen liegen.