Gastronomische Spezialitäten in Cádiz

Auch wenn man in Cádiz nicht sehr viele Gerichte findet die konkret an die kulinarische Geschichte der Stadt gebunden sind, so handelt es sich dennoch um eine andalusische Kü ;che die in den Orten entlang der Bahía de Cádiz verbreitet ist, teilweise aber auch in anderen Teilen der Provinz Cádiz geboten wird.
 
Bei den Gerichten die am ehesten der lokalen Küche der Stadt zugeordnet werden können, findet man die morena en adobo (marinierte Murne), die tortillita de camarones, die auch als tortilla de quisquillas bezeichnet werden (Garnelen-Tortilla), die caballa asada (gegrillte Makrele), die muergos (Scheidenmuscheln), die cañaillas (Meeresschnecken) und die bogavantes (Hummer). Die meisten Gerichte in Cádiz sind daher mit dem Meer verbunden.

Oliven als Tapas
Foto: Herbert Kårlin

Eine echt typische Vorspeise, beziehungsweise auch tapa, ist in Cádiz die tortilla de camarones, die, im Gegensatz zur tortilla de camarones aus Málaga (ein Garnelen-Omelette), relativ klein ist und daher kein volles Gericht ausmacht. Genau genommen sollte man daher zwar in Málaga von der tortilla de camarones sprechen, in Cádiz jedoch von tortillita de camarones, da tortillita eine kleine Tortilla bezeichnet.
 
Typisch für Cádis sind auch die verschiedenen guisos (Eintópfe), die oft eine Verbindung zwischen Meer und Land aufweisen, zum Beispiel der pescado en sobrehúsa (Fisch mit Bohnen), guiso marinero de fideos (Fisch mit Bohnen und Pasta) oder guiso de patatas (Kartoffeleintopf). Alle diese guisos existieren natürlich in sehr unterschiedlicher Zubereitung und mit unterschiedlichen Zutaten.
 
Als typische Nachspeisen und Süßigkeiten von Cádiz nennt man häufig die panizas (Gebäck aus Kichererbsenmehl), die tocinos de cielo (Himmelsspeck), die pestiños (Honiggebäck) und das pan de Cádiz (Marzipanbrot). Panizas werden in der Regel als Aperitif gereicht, möglichst zu einem Glas guten Weins und gehören daher, genau genommen, weder zu den Nachspeisen, noch aber zu Süßigkeiten.
 
Panizas kommen ursprünglich aus Italien und können in Cádiz erstmals während des Bürgerkriegs nachgewiesen werden. Tocinos de cielo kamen bereits im 14. Jahrhundert nach Cádiz und verfügen nur über drei Basiszutaten, nämlich Eier, Zucker und Wasser. Man geht davon aus dass die ersten tocinos de cielo, bisweilen auch tocinillos de cielo genannt, im Convento de Espíritu Santo in Jerez de la Frontera hergestellt wurden, auch wenn sie heute zu den Spezialitäten von Cádiz gehören. Pestiños wurden bereits zur islamischen Epoche Andalusiens hergestellt, weshalb man sie auch in ganz Andalusien finden kann, auch wenn die Rezepte in jeder Stadt etwas anders sind. Pestiños gehören insbesondere in die Weihnachtszeit und zur Semana Santa, also zu Osterm. Auch das pan de Cádiz gehört zur andalusischen Weihnachtszeit, wobei dieses Gebäck mit Marzipan, kandierten Früchten und einer Creme aus geschlagenem Eigelb sehr deutlich mit Cádiz verbunden ist, wie auch sein Name sagt.